Sant'Antioco am südwestlichen Zipfel Sardiniens ist mit knapp 110 Quadratkilomtern die größte der sardischen und die viertgrößte italienische Insel und über eine etwa 5 km lange Landenge, einen sog. Isthmus, mit der Mutterinsel verbunden. Zusammen mit der Nachbarsinsel Isola di San Pietro und anderen kleineren und unbewohnten Inselchen bildet sie die Inselgruppe das Sulcis Archipel. Die Insel verdankt ihren Namen dem hl. Antiocus, der hier lebte und starb.
Die Insel aus Vulkangestein ist bereits seit prähistorischen Zeiten besiedelt und war aufgrund seiner strategischen Position für die Phönizier, Karthager und Römer ein wichtiger Hafen und Umschlagsplatz für Silber und Blei. An der Stelle des Ortes Sant’Antioco befand sich in der Antike die wichtige Hafenstadt Sulki, die von den Phöniziern um 900 v. Chr. gegründet wurde.
Die Insel Sant’Antioco ist vor allem bekannt für seine schönen Buchten, beispielsweise die Cala Lunga mit ihren wunderschönen Wassertiefen, Porto Sciusciau, Porto della Signora und Cala Sapone, die zahlreiche Tauch- und Bademöglichkeiten bieten. Spektakulär ist die Steilküste bei Capo Sperone im Süden der Insel.
Nicht weit entfernt von der Ortschaft Calasetta¸ die im 19. Jahrhundert von Fischern aus Ligurien gegründet wurde, laden die weißen Sandstrände Spiaggia Grande und Salina und Spiaggia zum (familiengerechten) Schwimmen und Sonnenbaden ein. Von Calasetta aus setzen mehrmals täglich Fähren zur Nachbarinsel San Pietro über, deren pittoreskes Städtchen Carloforte zum Bummeln einlädt.
Nicht nur Meer ...
Aber San’Antioco besitzt noch andere Attraktivitäten und wer mal eine Strandpause einlegen möchte, der sollte unbedingt die Katakomben und das Tophet der Insel besuchen. In einer Villa oberhalb des Städtchens Sant Antioco wurde ein Museum eingerichtet, in dem Fundstücke aus diesen archäologischen Ausgrabungsstätten ausgestellt werden. Oberhalb der Stadt Antioco liegt eine Festung aus dem 18. Jahrhundert. In einer Villa daneben hat man mit viel Liebe ein Museum eingerichtet, wo Funde aus Nekropolen und der phönizischen Opferstätte bei Tophet ausgestellt sind.
Aber auch Überreste von Nuraghen, die für Sardinien so charakteristischen und aus großen Steinblöcken errichteten Turmbauten, können auf der Insel bewundert werden: zu nennen sind hier die Nuraghe Grutti Acqua und Sega de Marteddu und die Grabstätte Giganti Su Nidu e Su Crobu.