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Karneval auf Sardinien

Karneval auf Sardinien

Helau und Alaaf mal ganz anders

Jetzt im Februar herrscht auch in Sardinien Karnevalshochzeit: am Karnevalssonntag finden traditionelle Umzüge, wie man sie auch in Deutschland kennt und bei denen die aktuelle Landespolitik aufs Korn genommen wird, unter anderem in den Städten Cagliari, Tempio Pausania, Iglesias und Bosa statt.

Das faszinierende Reiterturnier Sa Sartiglia lockt Tausende von Schaulustigen am Sonntag vor Ostermontag nach Oristano. Im Landesinneren, beispielsweise in Mamoiada, gibt es dagegen archaisch anmutende Rituale zu bewundern. Und wer glaubt, am Aschermittwoch ist alles vorbei, der sollte unbedingt in der Ortschaft Ovadda vorbeischauen.

Am 17. Januar, dem Festtag des Heiligen Antonius, beginnt in Sardinien die Karnevalssaison. Offizieller Auftakt sind die am Vorabend in vielen Ortschaften zu Ehren des Heiligen Antonius entzündeten Feuer.

Schaurige Masken und wilde Tänze

Besonders originell sind die Karnevalsprozessionen, die in der Barbagia und besonders in der Ortschaft Mamoiada stattfinden: mit schwarzen Holzmasken und Fellen verkleidete Männer, die so genannten mamuthones, tragen über der Schulter eine bis zu 35 Kilo schwere Traube aus Glocken, die bei jeder Bewegung schaurig dröhnt. Sie werden begleitet von den issohadores, die mit roten Jacken, weißen Hosen und schwarzen Stiefeln bekleidet sind und deren Gesichter hinter weißen, glatten Masken versteckt sind.

Während die mamuthones Leibeigene darstellen, handelt es sich bei den Peitschen tragenden issahadores um ihre Feudalherren. Auch in anderen Ortschaften der Barbagia, wie Orotelli und Ottana, finden ebenfalls Karnevalsumzüge statt, die sich stark an alten bäuerliche Riten und Traditionen orientieren.

Spannendes Reitertunier in Oristano

Eines der großen Ereignisse des sardischen Karnevals ist sicher die Sa Sartiglia in Oristano, das jeden Sonntag vor Rosenmontag stattfindet und am Faschingsdienstag wiederholt wird: Bei diesem Reiterturnier preschen wiederum maskierte Reiter mit ihren Pferden durch die Hauptstrasse des Städtchens und versuchen mit einer Lanze, einen darüber an einem Seil aufgehängten Stern zu durchbohren. Je mehr Sterne in diesem Reiterkampf gewonnen werden, desto besser – wird der Überlieferung nach – die Ernte. Grund genug für die Reiter, sich mächtig ins Zeug zu legen!

... und am Aschermittwoch wird noch gefeiert
In Ovodda, etwa 20 km südwestlich von Mamoiadda, wird auch am Aschermittwoch gefeiert: schwarz gekleidete Männer und Frauen, deren Gesichter ebenfalls dunkel angemalt sind, laufen durch die Straßen des Ortes und machen gehörig Krach!

Die nächsten Feste lassen nicht lange auf sich warten ...

Danach ist der Karneval dann aber auch in Sardinien vorbei und die nächsten Feste werden vorbereitet: dazu gehören sicher im April die Osterprozessionen in Iglesias, Cagliari und Castelsardo und natürlich am 1. Mai in Cagliari die Sagra di Sant Efisio, eine Prozession zu Ehren des Schutzpatrons der Inselmetropole, an der Folksgruppen aus ganz Sardinien mit ihren traditionellen Kostümen teilnehmen und aufwändig geschmückte Karren von gigantischen Ochsen gezogen werden.

Redaktion Sardinia Natour, Februar 2007
Fotos: Cagliari, 11. Februar 2007

 

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