Feste und Prozessionen auf der Insel
Entdecken Sie den Frühling
Ostern gilt auf Sardinien als eines der wichtigsten religiösen Feste des Jahres und wird dementsprechend ganz besonderes gefeiert: (fast) jeder Ort zelebriert seine eigene, kleinere oder größere Büßerprozession, in der die Leiden und die Auferstehung Jesus Christus vom Tode dargestellt wird und die den Beobachter sicher aufgrund ihrer Eindringlichkeit berührt.
Während der Prozessionen, die häufig von mittelalterlichen Gesängen begleitet werden, ziehen vielerorts weiß gekleidete und mit hohen weißen Kapuzen geschmückte Männer durch die Orte. Während der Karwoche finden sehr aufwändige Passionsspiele statt, wie beispielsweise am Karfreitag nach der Kreuzabnahme des Jesus Christus die Entfernung der Nägel (S’ Iscravamentu) oder die Begegnung (S’Incontru), bei der sich zwei Prozessionen – die eine trägt die Madonna und die andere den wiederauferstandenen Jesus – treffen.
Faszinierende Osterbräuche, spezielle und kunstvoll gearbeitete Brot und Dolci, die verschiedensten Schlemmereien und die Gastfreundschaft der Sarden lassen Ihre Reise durch Sardinien sicher zu einem Erlebnis werden.
Ostern in Alghero, Iglesias und Castelsardo
Besonders eindrucksvoll feiert man die Karwoche in Alghero, in Iglesias und in Castelsardo. Die Prozessionen in Alghero, der Stadt mit katalanischen Wurzeln im Nordwesten Sardiniens, beginnen schon Dienstag vor Ostersonntag mit der Processione dei Misteri. Am Grïündonnerstag wird dann ein der Stadt 1606 geschenktes, hölzernes Standbild des gekreuzigten Jesus Christus aus der Chiesa della Misericordia durch die engen Gassen der Stadt zur Kathedrale der Santa Maria geführt.
Am Freitag folgt dann eine Prozession von verschleierten Frauen mit einem Standbild der Madonna. Gegen Abend wird die Figur des Jesus Christus in der Kathedrale vom Kreuz gelöst und in einem kunstvoll geschmückten Sarg aufbewahrt. Die anschließende Prozession, bei der das Standbild durch die engen Gassen der Stadt begleitet wird, ist einer der Höhepunkte der lokalen Festlichkeiten. Die Laternen der Gassen sind zu diesem Zweck mit roten Tüchern verhängt und alte, katalanische Gesänge hallen in der Altstadt wieder.
In Castelsardo im Norden Sardiniens findet am Ostermontag eine beeindruckende Zeremonie statt: diese Prozession spanischen Ursprungs, die aus dem 14. Jh. stammt und als „Luni Santu“ bezeichnet wird, beginnt in der Kirche Santa Maria und wird von mittelalterlichen Gesängen begleitet. Die Altstadt, die hoch über der Neustadt auf einem Felsen thront, ist mit zahlreichen Fackeln eindrucksvoll geschmückt.
Auch Iglesias im Südwesten Sardiniens ist bekannt für seine Osterfeierlichkeiten. Hier werden beispielsweise am Dienstag vor Ostern in der Processione dei Misteri sieben Standbilder durch die Stadt getragen, auf denen die Leiden des Jesus Christus dargestellt sind. Eine Madonna mit drei Schwertern im Herz bildet den Abschluss dieser beeindruckenden Prozession. Dort und auch in Cagliari werden als weiterer Osterbrauch in den Kirchen mit feuchter Watte geüllte Teller aufgestellt. Die Samen, die darin im Dunkeln zu fast weißen Pflanzen heranwachsen, gelten als Symbol der Wiederauferstehung nach dem Tod.
Grüne Insel
Aber Sardinien bietet noch mehr, denn landschaftlich blüht die Insel in dieser Jahreszeit auf: herrlich grüne Wiesen, auf den unzählige Schafe weiden, Mandelbäume und Mimosen, die in voller Blüte stehen, Mohnblumen und eine mediterrane Macchia, die in vielen kräftigen Gelb- und Rottönen erstrahlt. Das Klima ist mit mittleren Lufttemperaturen um 20 Grad (manchmal auch deutlich wärmer) sehr mild und die Wassertemperaturen sind für Mutige mit 15 Grad schon recht angenehm.
Im Gegensatz zu den Sommermonaten ist die Insel zu Ostern (noch) nicht so stark bereist und für diejenigen, die Sardinien in aller Ruhe erkunden wollen, ist es genau die richtige Reisezeit: die Strände haben Sie fast für sich alleine, die Straßen sind frei, das Klima ist angenehm und die Landschaft beeindruckt durch Ihre Farbenpracht.